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Arbeiten und Leben: Hamburg ist schön

Kolumne: Hamburg ist schön
…und St. Pauli am schönsten

So. Nun wissen wir also, wie sich ein Fußballspieler fühlt, wenn er nach einer sehr hohen Auswärtsniederlage mit seinem protzigen Vereinsbus durch die Stadt rollt. Wie’s kam? Die Sterne sind schuld. Also, die Band. Ihre Ballade „Wenn dir St. Pauli auf den Geist fällt“ brachte nämlich neulich einige kreative Promo-Leute auf die lustige Idee einer motorisierten Schnitzeljagd: Ein Häufchen überdrehter, mittels eines profanen Gewinnspiels zusammengesuchter Teenager und ein paar Presse-Schnösel werden mit der Pauli-Vereinskutsche durch den besungenen Stadtteil gekarrt und sammeln an einigen Straßenecken einzeln abgestellte Sterne ein, um sie dann zu ihrem Konzert in eine Kiez-Kneipe zu begleiten. VIVA filmt, Rocco Clein stellt clevere Fragen zum Aufenthaltsort der Musiker. Und Bier gibt’s. Super, oder?! War es auch. Die glücklichsten Menschen der Welt – Popstars, Gewinner und, äh, Presse-Fuzzis – vereint in einem Bus. In einem todschicken, pechschwarzen und auffällig mit Totenköpfen bedruckten Bus. „Wie hat Pauli eigentlich gestern gespielt? Die gucken so böse…“ – „0:6 verloren. Gegen Lübeck!“. Schwarz-getönte Scheiben. Das heißt: Für Hamburgs Fußvolk sind WIR gerade elf Jungs, die gestern innerhalb von 90 Minuten 6 Tore in die Fresse bekommen haben. WIR haben tierisch in den Sack gehauen, und alle draußen wissen es! Gut, hier drinnen ist die Welt in Ordnung. Nur ein paar kleine Schilder weisen freundlich daraufhin, dass man bitte nicht auf den Klapptischen sitzend mit den Beinen baumeln darf (Foto). Aber draußen, Leute! Da tobt die entfesselte Menge. Eier- und Tomatenhagel. Enttäuschte Hardcore-Fans rütteln am Bus. Es schwankt, wir klammern uns fest, wir hören sie rufen: „Meine Oma spielt besser als ihr Luschen!“, „0:6 ist ein Scheiß-Ergebnis!“, „Seid ihr Mädchen?“ Wir wollen instinktiv „Ja!“ rufen, aber es hilft ja nichts. Wir machen uns in die Hose und schwören, nie wieder 0:6 zu verlieren! Nie wieder, ehrlich! Versprochen! Okay, die Wahrheit: Einige Passanten haben freundlich geguckt und ein paar sogar gewunken. Wir haben brav wie Queen Mum zurückgewunken und gemurmelt: „Ja, wir sind’s!“ Und uns ein bisschen geschämt. Aber man konnte uns ja nicht sehen und nicht hören. Dabei hätten wir sogar Autogramme gegeben. Das haben dann die Sterne gemacht.